Tumeszenztechnik

Die Tumeszenztechnik ist ein Verfahren der örtlichen Betäubung, das bei Liposuktionen und anderen Eingriffen im Unterhautfettgewebe eingesetzt wird. Hierbei bringt der Arzt größere Mengen einer stark verdünnten Lösung in das Gewebe ein. Diese enthält in der Regel ein Lokalanästhetikum, Adrenalin zur Gefäßverengung und eine Trägerlösung auf Kochsalzbasis. Das Gewebe schwillt dadurch vorübergehend an und wird fest. Hieraus leitet sich der Begriff „tumeszent“ ab. Die Methode erfüllt mehrere Aufgaben gleichzeitig. Sie betäubt das Areal, reduziert Blutungen und erleichtert die Behandlung des Fettgewebes. Bei der Liposuktion lässt sich das Gewebe dadurch schonender absaugen. Die Tumeszenz-Lokalanästhesie gilt als etabliertes Verfahren. In der ästhetischen und dermatologischen Chirurgie kommt die Technik neben der Fettabsaugung auch bei dermatochirurgischen Eingriffen und in bestimmten Bereichen der Schweißdrüsenchirurgie zum Einsatz. Sie ermöglicht allgemein ein größeres Operationsfeld unter lokaler Betäubung. Welche Lösung verwendet wird, in welcher Menge infiltriert wird und ob der Eingriff allein in Tumeszenz-Lokalanästhesie oder zusätzlich mit Sedierung erfolgt, hängt vom Behandlungsgebiet und vom geplanten Eingriff ab. Möglich sind nach dem Eingriff Schwellungen, ein Spannungsgefühl oder vorübergehende Blutergüsse. Ausschlaggebende Faktoren sind daher Erfahrung mit der Methode, eine sorgfältige Dosierung und eine genaue Planung des gesamten Verfahrens.