01. Februar 2013Artikel

Bauch, Beine, Po – Medizinische Körperkorrekturen

Formveränderungen an Bauch, Oberschenkeln und Gesäß empfinden viele Menschen als besonders belastend. Sport oder Ernährungsumstellung reichen oft nicht aus, wenn Fettpolster hartnäckig bleiben oder die Haut stark erschlafft ist. Der erste Schritt ist deshalb immer eine präzise Analyse: Geht es primär um überschüssiges Fettgewebe, um einen Hautüberschuss – oder um beides?

Gezielte Fettabsaugung mit Feingefühl

Lokalisierte Fettdepots – klassische Reiterhosen, Hüftpolster oder ein ausgeprägter Unterbauch – sprechen gut auf eine Liposuktion an. Mit der Tumeszenztechnik werden Betäubung, Adrenalin und eine Kochsalzlösung in das Gewebe gegeben, bevor die Fettzellen mit feinen Kanülen gelöst werden. Entscheidend für natürliche Ergebnisse ist die Modellierung in gleichmäßigen Bahnen und genügend Abstand zur Haut, damit keine Dellen entstehen.

  • Analyse der individuellen Konturveränderungen an Bauch, Hüfte und Oberschenkeln
  • Infiltration einer Tumeszenzlösung mit Adrenalin zur Blutungsreduktion
  • Schonendes Absaugen mit feinen Kanülen – nicht zu oberflächlich, um Dellen zu vermeiden
  • Direkt im Anschluss: Anlage einer Kompressionsmiederhose oder -strümpfen für 6–12 Wochen

Wann eine Straffungsoperation sinnvoll ist

Wenn Gewebe stark überdehnt wurde – etwa nach Schwangerschaften, großem Gewichtsverlust oder im Zuge natürlicher Alterungsprozesse – reicht eine Fettabsaugung allein nicht. Dann ist die Haut zu locker, um sich wieder anzulegen. Je nach Befund kommen Bauchdecken-, Oberschenkel- oder Gesäßstraffung zum Einsatz. Narben werden so geplant, dass sie unter Badekleidung nicht sichtbar sind.

Bei einer Bauchdeckenstraffung wird überschüssiges Gewebe zwischen Schamhügel und Bauchnabel entfernt. Liegt zusätzlich eine Rektusdiastase vor, kann die Bauchdecke in derselben Sitzung stabilisiert werden. Ziel ist nicht ein neues Körperideal, sondern das Wiederherstellen klarer Konturen und eines stabilen Körpergefühls.

Bodylift: Kombination für ein harmonisches Gesamtbild

Häufig liegen mehrere Problemzonen gleichzeitig vor. Dann lässt sich die Bauchdecke, der untere Rücken, die Flanken und der äußere Oberschenkel in einem Bodylift kombinieren. Das strafft den kompletten Rumpfgürtel und sorgt für eine durchgängige Silhouette. Welche Technik gewählt wird, hängt von der Hautqualität, der Menge überschüssigen Gewebes und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Ein ausführliches Beratungsgespräch klärt, welche Ergebnisse realistisch sind und welche Vor- und Nachsorge notwendig wird. Dazu zählen auch Laborwerte, eventuell ein internistischer Check und vorbereitende Maßnahmen wie Lymphdrainagen oder Ernährungsanpassungen.

Nachsorge und Heilungsphase

Direkt nach dem Eingriff beginnt die Modellierungsphase des Körpers. Kompressionsbekleidung, viel Ruhe und eine eiweißreiche Ernährung unterstützen die Heilung. In den ersten zwei Wochen sollten Wunden konsequent entlastet werden, damit Narben weich und flach bleiben. Ab der dritten Woche sind leichte Bewegungsübungen möglich; Sport und Sauna müssen noch warten.

Schonende Lymphdrainage, kein Nikotin und regelmäßige Nachkontrollen helfen, Komplikationen zu vermeiden. Nach etwa drei Monaten ist das Ergebnis stabil – und Patient:innen können die neue Kontur im Spiegel genießen.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist eine Fettabsaugung sinnvoll?

Wenn sich hartnäckige Fettdepots trotz Bewegung und Ernährung nicht zurückbilden. Wichtig ist die Analyse, ob kein Hautüberschuss vorliegt, der eine Straffung notwendig machen würde.

Was unterscheidet ein Bodylift von einzelnen Straffungs-OPs?

Beim Bodylift werden Bauch, Flanken, Gesäß und Oberschenkel in einem Eingriff gestrafft. Das sorgt für ein harmonisches Gesamtbild, erfordert aber eine ausführliche Planung und Nachsorge.

Wie lange dauert der Heilungsprozess nach einer Straffungsoperation?

Die erste Modellierungsphase dauert etwa drei Monate. In dieser Zeit sind Schonung, Kompressionswäsche und ärztliche Kontrollen entscheidend, damit Narben weich bleiben und die Form sich stabilisiert.

Welche Risiken sollten Patient:innen kennen?

Wie bei jeder Operation können Blutergüsse, Schwellungen oder Nachblutungen auftreten. Wundheilungsstörungen lassen sich durch sorgfältige Technik, Kompression und eine gesunde Lebensweise meist vermeiden.

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Über den Autor

Dr. med. Karl Schuhmann

Dr. med. Karl Schuhmann

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie & Handchirurg

Mit mehr als 30.000 Eingriffen und mehrjähriger Tätigkeit als Chefarzt führt Dr. Schuhmann seit 2016 als Gründer von artethic® seine Praxen in Düsseldorf und Berlin.