Der Bauchnabel ist eine kleine Narbe – und doch zentral für die Körpersilhouette. Wer mit seiner Form hadert, denkt schnell über eine Umbilicoplastik nach. Im Interview erklärt Dr. Karl Schuhmann, wann eine Korrektur sinnvoll ist, welche Grenzen minimalinvasive Methoden haben und wie sich Risiken realistisch einschätzen lassen.
Wann Patient:innen eine Korrektur wünschen
Die meisten Anfragen entstehen bei Bauchdeckenstraffungen: Wenn überschüssige Haut entfernt wird, kann der Nabel in Form und Position gleich mit harmonisiert werden. Frauen nach mehreren Schwangerschaften, Menschen nach starker Gewichtsabnahme oder Patient:innen mit Nabelbruch profitieren davon. Das Ziel bleibt dabei immer ein natürlich wirkender Bauchnabel, der sich symmetrisch einfügt.
Welche Bauchnabeltypen gibt es?
Unsere Nabel sind so individuell wie Fingerabdrücke. Genetische Faktoren, Geburtsmodus oder spätere Gewichtsschwankungen bestimmen, ob der Bauchnabel nach innen fällt, heraussteht oder sich horizonal ausdehnt. Ein Überblick:
Innie
Nach innen gezogen, klassisch oval oder rund – entsteht, wenn die Nabelschnur tief vernarbt.
Outie
Nach außen gewölbt, kann nach Schwangerschaften oder bei einem leichten Nabelbruch auftreten.
Horizontal
Längliche Falte nach massivem Gewichtsverlust – häufig mit überschüssiger Haut kombiniert.
So läuft die Operation ab
Umbilicoplastik ist ein vergleichsweise kurzer Eingriff. Nach dem Anzeichnen wird unter lokaler Betäubung überschüssige Haut modelliert, der Nabel neu geformt und die Narbe möglichst im Inneren versteckt. Wird die Korrektur mit einer Bauchdeckenstraffung kombiniert, erfolgt sie unter Vollnarkose. Wichtig ist eine sorgfältige Planung: Nur so bleibt die Form schlank, vertikal und dennoch weich.
Die Kosten liegen – abhängig vom Aufwand – bei rund 2.000 Euro. Werden gleichzeitig größere Eingriffe vorgenommen, erhöhen sich die OP-Zeit und damit auch die Kosten. Dr. Schuhmann empfiehlt, immer einen Gesamtplan zu erstellen, statt viele kleine Eingriffe zu staffeln.
Vorbereitung & Nachsorge
Gute Vorbereitung erleichtert die Heilung: Blutverdünner rechtzeitig pausieren, nicht rauchen, den Körper mit Flüssigkeit versorgen. Nach dem Eingriff sollte der Bauchnabel trocken gehalten und regelmäßig kontrolliert werden. Duschen erst am Folgetag, Sport, Sauna und Schwimmen für ein bis zwei Wochen meiden.
- ✓Nikotin und Alkohol einige Tage vor dem Eingriff reduzieren, um die Durchblutung zu verbessern.
- ✓Mit dem Hausarzt abklären, welche Medikamente (v. a. Blutverdünner) pausiert werden dürfen.
- ✓Locker sitzende Kleidung für den OP-Tag vorbereiten – Druck auf den Bauchnabel vermeiden.
Trend oder medizinische Notwendigkeit?
In Fachkreisen ist die Bauchnabelkorrektur umstritten – nicht wegen mangelnder Wirksamkeit, sondern aufgrund des Nutzen-Risiko-Verhältnisses. Wer lediglich einer Mode folgt, sollte die Entscheidung kritisch hinterfragen. Liegt jedoch eine funktionelle oder ästhetische Beeinträchtigung vor, kann der Eingriff Lebensqualität zurückgeben. Wichtig bleibt: Beratung durch erfahrene Fachärzt:innen und realistische Erwartungen.
