14. März 2026

Kein Filler unter den Augen

Kein Filler unter den Augen – artethic® Düsseldorf

Auf einen Blick

  • Hyaluron bindet Wasser – problematisch unter dem Auge
  • Risiko: künstliche Malar Bags & chronische Ödeme
  • Eigenfett integriert sich biologisch ohne Wasserbindung
  • Mikrofett für Volumen, Nanofett für Hautqualität
  • Frühzeitige Stabilisierung verhindert spätere Probleme

Augenringe, eingesunkene Tränenrinnen und müde wirkende Unterlider gehören zu den häufigsten Anliegen unserer Patientinnen und Patienten. Ebenso Malar Bags, Schwellungen auf dem oberen Jochbein, die oft mit Tränensäcken verwechselt werden. Gewünscht wird eine schnelle Lösung, meist mit Hyaluron.

Unsere klare Haltung hierzu: Hyaluron gehört in den meisten Fällen nicht unter das Auge.

Das Problem der Unterlidregion

Die Haut unter dem Auge ist extrem dünn. Sie liegt direkt über feinen Gefäßen, empfindlichen Lymphbahnen und ist eingebunden in anatomisch komplexe Strukturen. Sichtbar sind bereits geringe Volumenveränderungen.

Augenringe sind teilweise Veranlagung, oft entstehen sie durch:

  • Volumenverluste im Übergang zwischen Unterlid und Wange
  • eine eingesunkene Tränenrinne
  • dünner werdende Haut
  • Licht- und Schatteneffekte

Das Problem ist strukturell und vielschichtig – und nicht nur oberflächlich.

Warum Hyaluron hier problematisch ist

Hyaluron kann große Mengen Wasser im Gewebe binden. Im Unterlidbereich wird das zum Problem.

1. Schwellungen durch Wasserbindung

Der Filler-Effekt bei Hyaluron kommt zustande, weil Hyaluron – je nach Präparat – das bis zu 1000-fache des eigenen Gewichts in Wasser bindet. Da die Unterlidregion (Tränensäcke, Malar Bags) hier anfällig ist, verbietet sich Hyaluron in den meisten Fällen.

2. Materialverschiebung

Hyaluron bleibt nicht immer exakt dort, wo es injiziert wurde. Durch Mimik, Schwerkraft und Gewebedruck kann sich das Material verlagern.

3. Tyndall-Effekt

Bei zu oberflächlicher Platzierung schimmert das Material bläulich durch die Haut.

4. Lymphstörung

Vor allem bei unzureichender Technik können die feinen Lymphbahnen im Unterlid beeinträchtigt werden. Das begünstigt chronische Ödeme.

Künstliche Malar Bags: eine häufige Folge unpassender Unterspritzungen

Ein leider häufiges Phänomen sind künstliche Malar Bags.

Malar Bags sind Schwellungen im Bereich des Jochbeins. Sie können genetisch bedingt sein, entstehen jedoch auch infolge ungeeigneter Hyaluronbehandlungen.

Was passiert? Wird Hyaluron in der Tränenrinne oder am Unterlid mit einem ungeeigneten Präparat oder in falscher Tiefe eingebracht, kann sich das Material über Monate oder sogar Jahre im Bereich des Jochbeinfettkörpers sammeln.

Es entstehen:

  • neue Schwellungen
  • verstärkte vorhandene Malar Bags
  • unnatürliche Übergänge
  • persistierende Flüssigkeitseinlagerungen, die sich mal stärker, mal schwächer präsentieren

Diese künstlichen Malar Bags werden oft mit Tränensäcken verwechselt.

Besonders kritisch: Hyaluron kann noch lange nach der Behandlung nachweisbar sein und Beschwerden verursachen.

Wichtiger Hinweis: Hyaluron und Laser bei Malar Bags

Von einer Behandlung von Malar Bags mit Hyaluron oder Laser raten wir ausdrücklich ab.

Beide Verfahren:

  • verbessern die Situation meist nur kurzfristig
  • können zusätzliche Schwellungen verursachen
  • verschlechtern das Erscheinungsbild langfristig

Hyaluron wandert häufig in bestehende Malar Bags und verstärkt diese zusätzlich.

Sollten bereits Hyaluron- oder Laserbehandlungen erfolgt sein, beraten wir individuell zu geeigneten Korrekturmaßnahmen.

Warum wir stattdessen auf Eigenfett setzen

Eigenfett ist körpereigenes Gewebe. Es integriert sich biologisch und zieht kein zusätzliches Wasser an.

Mikrofett:

  • dient dem sanften Volumenaufbau
  • gleicht die eingesunkene Tränenrinne aus
  • sorgt für weiche Übergänge

Nanofett:

  • wirkt primär regenerativ
  • verbessert die Hautqualität
  • fördert die Kollagenbildung
  • reduziert Knitterfältchen

Der wichtigste Unterschied: Eigenfett verhält sich wie eigenes Gewebe.

Wann Eigenfett sinnvoll ist

  • bei eingesunkener Tränenrinne
  • Volumenverlusten unter dem Auge, am Oberlid, auch bei "Hohlaugen" geeignet
  • dünner, knittriger Haut im Augenbereich

Bei ausgeprägten Tränensäcken und echten Malar Bags sind andere Strategien erforderlich.

Langfristiger Frischeeffekt

Wir beobachten seit Jahren: Patientinnen und Patienten, die frühzeitig die Unterlidregion stabilisieren lassen, haben im späteren Verlauf deutlich weniger Probleme mit ausgeprägten Schatten, Hauterschlaffung oder unruhigen Übergängen.

Beratung bei artethic® Dr. Karl Schuhmann & Kollegen

Ob es sich bei Ihnen um eine Tränenrinne, Tränensäcke oder Malar Bags handelt, lässt sich nur durch eine persönliche Untersuchung klären

Häufig gestellte Fragen

Lässt sich bereits gespritztes Hyaluron unter dem Auge wieder entfernen?

Hyaluron kann mit einem speziellen Enzym (Hyaluronidase) aufgelöst werden. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Schwellungen oder künstliche Malar Bags entstanden sind. Wichtig ist eine genaue Indikationsstellung, da das Enzym auch körpereigene Hyaluronsäure beeinflussen kann. Die Entscheidung sollte ausschließlich fachärztlich getroffen werden.

Warum sehen Augenringe nach Sport oder Hitze manchmal stärker aus?

Die Unterlidregion reagiert empfindlich auf Durchblutung und Flüssigkeitsverteilung. Wärme, schlechter Schlaf, körperliche Belastung oder salzreiche Ernährung können Wassereinlagerungen verstärken. Dadurch wirken Malar Bags oder Schwellungen ausgeprägter. Umgekehrt können Augenringe bei gutem Lymphabfluss und kühler Umgebung weniger sichtbar erscheinen. Diese Schwankungen erschweren eine seriöse Beurteilung per Foto oder Video.

Ist eine Behandlung mit Eigenfett dauerhaft?

Ein Teil des transplantierten Fettes integriert sich dauerhaft ins Gewebe, ein anderer Teil baut sich in den ersten Wochen ab. Das endgültige Ergebnis wird nach einigen Monaten beurteilt. Zusätzlich verbessert sich die Hautqualität durch regenerative Effekte, was langfristig zu einem stabileren und natürlicheren Erscheinungsbild führen kann. Eine Garantie auf "für immer" gibt es nicht, denn der natürliche Alterungsprozess geht weiter.

Über den Autor

Dr. med. Karl Schuhmann

Dr. med. Karl Schuhmann

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie & Handchirurg

Mit mehr als 30.000 Eingriffen und mehrjähriger Tätigkeit als Chefarzt führt Dr. Schuhmann seit 2016 als Gründer von artethic® seine Praxen in Düsseldorf und Berlin.