Expertengespräch mit Bildplus - Narbenbehandlung

Bildplus, 24. Oktober 2017
Was kann man gegen Narbenbildung tun? Und wie kann man bereits sichtbare Narben mindern? Dr. Karl Schuhmann verrät die besten Pflegetipps zur Vorsorge von Narben und die verschiedenen Möglichkeiten zur Nachbehandlung.
Auch wenn Blanco betont, rundum zu ihrem neuen Körper zu stehen, lässt sie ihre Narben behandeln: "Ich habe mit den Narben kein Problem. Ich unterziehe mich deswegen zwar auch einer langwierigen Laserbehandlung, aber ganz weggehen werden sie nie."
Manchen Menschen fällt es schwerer, diese Spuren auf der Haut zu akzeptieren. Doch welcher Möglichkeiten gibt es, Narben unauffälliger wirken zu lassen?
Im BILD-Interview verrät Dr. med. Karl Schuhmann, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie in der Fachpraxis KÖ MEDICALS in Düsseldorf, in welchen Fällen die richtige Hautpflege schon etwas bringt und wann wirklich Laser oder andere Eingriffe sein müssen.
Faktoren der Narbenbildung
"Betroffene mit einem dunkleren Hauttyp haben ein erhöhtes Risiko für verstärkte Narbenwucherungen. Darüber hinaus kann auch das Alter eine Rolle spielen: Die Narbenbildung in jüngeren Jahren ist stärker ausgeprägt als im höheren Alter. Zudem ist der Bereich um die Brust und an den Schultern besonders anfällig für Narbenwucherungen."
Narbenpflege nach Eingriffen
"Grundsätzlich sollte man so früh wie möglich mit der Narbenbehandlung beginnen", rät der Experte. "Diese kann durch Verwendung von Narbencremes und -gels unterstützt werden. Man sollte darauf achten, dass die Narben nicht ungeschützt der Sonnen oder UV-Strahlung ausgesetzt werden - daher ist eine sorgfältige Verwendung von Schutzcremes ratsam."
Operative Narbenverschönerung
"Bei großen Narben kann eine Serienexzision angewendet werden. Hierbei wird die Narbe in einem Abstand von drei bis sechs Monaten stückweise verkleinert und jeweils neu vernäht. Im besten Fall bleibt nach der letzten Behandlung nur noch ein kleiner heller Strich übrig."
Narbentätowierung
"Die Narbe muss vollständig abgeheilt sein, daher ist vor einer Terminabsprache mit dem Tätowierer eine Rücksprache mit dem Hautarzt oder dem behandelnden Plastisch-Ästhetischen Facharzt auf jeden Fall zu empfehlen. Zudem kann es sein, dass die Narbe deutlich schmerzempfindlicher als die restliche Haut ist."
Behandlungsmethoden
- Narbenbehandlung mit Silikon
- Narbenbehandlung mit Laser
- Narbenbehandlung mit Hyaluronsäure
- Narbenbehandlung mit Microneedling
- Narbenbehandlung mit Dermabrasion
Über den Autor

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie & Handchirurg
Mit mehr als 30.000 Eingriffen und mehrjähriger Tätigkeit als Chefarzt führt Dr. Schuhmann seit 2016 als Gründer von artethic® seine Praxen in Düsseldorf und Berlin.