03. September 2010Artikel

Ungelenk: Arthrose – Verschleiß an den Händen

Arthrose zählt zu den häufigsten degenerativen Erkrankungen der Handgelenke. Mit zunehmendem Verschleiß der Knorpelschicht verliert das Gelenk seine glatte Gleitfläche – Bewegungen werden schmerzhafter, der Griff unsicherer. Der Körper versucht, die Schäden zu kompensieren, bildet jedoch Knochenanbauten, die Finger und Daumen klobiger erscheinen lassen.

Früh erkennen, gezielt handeln

Je früher Arthrose diagnostiziert wird, desto besser lässt sich der Verschleiß bremsen. Bereits Stadium 2 oder 3 eignet sich, um mit angepasster Lebensweise, physikalischen Maßnahmen und gezielten Medikamenten gegenzusteuern.

Typische Symptome

  • Rasche Ermüdbarkeit oder eingeschränkte Beweglichkeit der Finger
  • Morgensteifigkeit – Hände fühlen sich „eingerostet“ an, lösen sich aber nach kurzer Zeit
  • Schmerzen zunächst nur unter Belastung, später auch in Ruhe
  • Sichtbare Veränderungen: Verdickte, klobige Gelenke durch Knochenanbauten

Therapiebausteine

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

Aufklärung, ergonomische Anpassungen, Physiotherapie (Wärme, Akupunktur) und orthopädische Hilfsmittel wie Schienen stabilisieren Gelenke und reduzieren Schmerzen.

Medikamentöse Unterstützung

Schmerzmittel wie Paracetamol oder – bei Bedarf – nichtsteroidale Antirheumatika lindern Beschwerden und erhalten Beweglichkeit.

Gezielte Nachsorge

Frühe Therapie im Stadium 2 oder 3 kann den Verlauf positiv beeinflussen. Regelmäßige Kontrolle hilft, Eingriffe zu planen und Folgeschäden zu vermeiden.

Worauf Patient:innen achten sollten

Regelmäßige Bewegung, gelenkschonende Alltagsroutinen und individuell angepasste Hilfsmittel unterstützen den Therapieerfolg. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden empfiehlt sich eine erneute ärztliche Beurteilung, um Optionen wie Infiltrationen, Handtherapie oder operative Eingriffe zu besprechen.

FAQ

Was passiert bei Arthrose der Hände?

Die Knorpelschicht in den Gelenken wird dünner, es entstehen Defekte und der Knochen liegt frei. Dadurch reibt Knochen auf Knochen – Schmerzen und Steifigkeit sind die Folge.

Welche Symptome deuten früh auf Arthrose hin?

Ermüdung, nachlassende Beweglichkeit, Morgensteifigkeit und ziehende Schmerzen bei Belastung sind typische Warnsignale. Später treten Schmerzen auch in Ruhe auf.

Wie wird Arthrose an den Händen behandelt?

Eine Kombination aus Lebensstilanpassung, Physiotherapie, Schienenversorgung und Medikamenten bewährt sich. Wichtig: möglichst früh mit der Therapie beginnen.

Wann sollte ich ärztlichen Rat suchen?

Wenn Belastungsschmerzen, Steifigkeit oder sichtbare Veränderungen auftreten. Je eher eine Behandlung startet, desto besser lassen sich Beweglichkeit und Lebensqualität erhalten.

Über den Autor

Dr. med. Karl Schuhmann

Dr. med. Karl Schuhmann

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie & Handchirurg

Mit mehr als 30.000 Eingriffen und mehrjähriger Tätigkeit als Chefarzt führt Dr. Schuhmann seit 2016 als Gründer von artethic® seine Praxen in Düsseldorf und Berlin.

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