02. Februar 2009Presse

Brustrekonstruktion – Möglichkeiten des Wiederaufbaus

Nach einer Brustkrebstherapie bedeutet eine Rekonstruktion für viele Patientinnen einen wichtigen Schritt zurück ins Leben. Dank moderner Techniken lässt sich die Brustform wiederherstellen – individuell abgestimmt auf Körper und Therapieverlauf.

Planung ist Teamarbeit

Onkolog:innen, Strahlentherapeut:innen und plastische Chirurgie arbeiten eng zusammen. Wir analysieren Hautqualität, verbliebenes Gewebe und die gesunde Gegenseite. So entsteht ein maßgeschneidertes Konzept, das Symmetrie und Sinnlichkeit zurückbringt.

Rekonstruktion mit Implantaten

Häufig kommt zunächst ein Gewebeexpander zum Einsatz, der die Haut langsam dehnt. Anschließend wird er durch ein dauerhaftes Implantat ersetzt. Vorteil: Der Eingriff ist vergleichsweise kurz, Narben bleiben überschaubar. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen und eine gute Pflege der Brusthaut.

Rekonstruktion mit Eigengewebe

Bei Eigengewebstransfers nutzen wir Haut- und Fettgewebe vom Unterbauch (DIEP-Lappen), Rücken (Latissimus) oder Gesäß. Diese Methode liefert eine sehr natürliche Haptik und passt sich Gewichtsschwankungen an. Sie erfordert allerdings eine längere OP und hinterlässt Narben an der Entnahmestelle.

Feinschliff & Brustwarzenaufbau

Nach dem Wiederaufbau folgen häufig kleinere Eingriffe: Eine Angleichung der gesunden Brust, Lipofillings zum Ausgleich kleiner Dellen oder der Aufbau der Brustwarze – etwa mit lokalen Lappen und medizinischem Tattoo. So entsteht ein stimmiges Gesamtbild.

Nachsorge & Lebensqualität

Kompressionswäsche, Lymphdrainage und ein gezieltes Bewegungsprogramm unterstützen die Heilung. Regelmäßige Nachkontrollen geben Sicherheit. Viele Patientinnen berichten über gesteigertes Selbstvertrauen und ein neues Körpergefühl.

FAQ

Wann beginnt der Wiederaufbau der Brust?

Je nach Tumortherapie kann der Aufbau sofort (primär) oder nach Abschluss der Behandlung (sekundär) erfolgen. Das entscheiden wir gemeinsam mit Onkolog:innen.

Welche Methoden stehen zur Verfügung?

Implantate, Expander, Eigengewebe (z. B. DIEP-, Latissimus- oder SIEA-Lappen) oder Kombinationen daraus. Die Wahl richtet sich nach Gewebesituation und Wunsch der Patientin.

Wie wird die Brustwarze rekonstruiert?

Nach erfolgreichem Wiederaufbau lässt sich die Brustwarze durch lokale Lappenplastiken oder Tattoo-Pigmentierungen rekonstruieren – oft in einem kurzen Eingriff.

Übernehmen Krankenkassen die Kosten?

Ja. Rekonstruktive Maßnahmen nach Brustkrebs sind Teil der medizinischen Versorgung und werden von den gesetzlichen und privaten Kassen übernommen.

Über den Autor

Dr. med. Karl Schuhmann

Dr. med. Karl Schuhmann

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie & Handchirurg

Mit mehr als 30.000 Eingriffen und mehrjähriger Tätigkeit als Chefarzt führt Dr. Schuhmann seit 2016 als Gründer von artethic® seine Praxen in Düsseldorf und Berlin.

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