01. September 2008TV

Brustrekonstruktion nach Brustkrebserkrankung

RTL Punkt 12 zeigte, wie wichtig eine Brustrekonstruktion nach einer Krebsbehandlung sein kann. Für viele Patientinnen bedeutet der Eingriff ein Stück Normalität und Selbstbewusstsein zurückzugewinnen.

Vom Schicksalsschlag zum Wiederaufbau

Nach der Tumorbehandlung fehlt häufig genügend Gewebe, um eine natürlich geformte Brust zu erhalten. Im TV-Beitrag erklärt Dr. Karl Schuhmann, welche Fragen vor der Rekonstruktion geklärt werden: Welche Therapie fand statt? Wie viel Haut ist vorhanden? Welche Methode passt zur Lebenssituation der Patientin?

Implantat oder Eigengewebe?

Bei ausreichender Haut lässt sich die Brust mit Expandern und Implantaten wieder aufbauen. Muss zusätzlich Volumen geliefert werden, kommen Eigengewebstransfers – etwa vom Unterbauch – zum Einsatz. Oft wird die gesunde Seite mit einer Straffung oder Verkleinerung angepasst, um Symmetrie zu schaffen.

Psychologische Unterstützung

Eine Brustrekonstruktion ist nicht nur ein chirurgischer, sondern auch ein emotionaler Prozess. Gespräche mit Psychoonkolog:innen, Austauschgruppen und individuelle Beratung helfen, Ängste zu reduzieren und realistische Erwartungen aufzubauen.

Nachsorge und Feinkorrekturen

Kompressionswäsche, Lymphdrainage und Geduld sind entscheidend. In einem zweiten Schritt lässt sich die Brustwarze rekonstruieren oder mit einem Tattoo nachbilden. Regelmäßige Kontrollen sorgen dafür, dass sich das rekonstruierte Gewebe optimal entwickelt.

FAQ

Welche Schritte umfasst eine Brustrekonstruktion?

Nach der Tumorbehandlung erfolgt entweder ein Sofortaufbau oder ein später Wiederaufbau. Möglich sind Expander-Implantat-Konzepte oder Eigengewebsrekonstruktionen.

Wie lange dauert die Rehabilitation?

Je nach Technik liegt die Erholungsphase zwischen 4 und 8 Wochen. Physiotherapie und Narbenpflege unterstützen das Ergebnis und die Beweglichkeit.

Kann die Brustwarze wiederhergestellt werden?

Ja. Nach der Rekonstruktion lässt sich die Brustwarze mit lokalen Lappenplastiken formen und farblich mit medizinischem Tattoo anpassen.

Wer trägt die Kosten?

Rekonstruktive Eingriffe nach einer Brustkrebserkrankung sind medizinisch notwendig und werden von den Krankenkassen vollständig übernommen.

Über den Autor

Dr. med. Karl Schuhmann

Dr. med. Karl Schuhmann

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie & Handchirurg

Mit mehr als 30.000 Eingriffen und mehrjähriger Tätigkeit als Chefarzt führt Dr. Schuhmann seit 2016 als Gründer von artethic® seine Praxen in Düsseldorf und Berlin.

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