Vital.de stellte die Eigenbluttherapie (PRP) als natürliche Lösung gegen Haarausfall vor. Dr. Karl Schuhmann erklärt, wie das autologe Plasma die Haarwurzel stimuliert und warum die Methode sich besonders gut mit anderen Treatments kombinieren lässt.
Was ist PRP (Platelet Rich Plasma)?
PRP steht für "Platelet Rich Plasma" – plättchenreiches Blutplasma. Aus einer kleinen Blutprobe wird durch Zentrifugation ein Konzentrat gewonnen, das eine hohe Konzentration an Blutplättchen (Thrombozyten) enthält.
Diese Blutplättchen sind reich an Wachstumsfaktoren, die in die Kopfhaut injiziert werden und dort die Durchblutung anregen, die Zellregeneration fördern und die Haarwurzeln stimulieren. Da es sich um körpereigenes Material handelt, sind allergische Reaktionen praktisch ausgeschlossen.
Der Ablauf der PRP-Behandlung
Blutentnahme
Zunächst wird eine kleine Menge Blut (ähnlich wie bei einer Routineuntersuchung) aus der Armvene entnommen. Die Menge entspricht etwa 10–20 ml.
Zentrifugation
Das Blut wird in einem Spezialzentrifugenverfahren aufbereitet. Dabei werden die plättchenreichen Bestandteile vom Rest des Blutes getrennt, um ein hochkonzentriertes Plasma zu gewinnen.
Injektion in die Kopfhaut
Das gewonnene PRP wird mit feinen Nadeln punktuell in die betroffenen Bereiche der Kopfhaut injiziert. Die Wachstumsfaktoren gelangen direkt zu den Haarwurzeln.
Nachsorge & Empfehlungen
Nach der Behandlung erhalten Sie Nachpflegeempfehlungen. Die gesamte Sitzung dauert etwa 30 Minuten – inklusive Beratung, Fotos und Dokumentation.
Was PRP bewirken kann
Wirkungsweise
- ✓ Verlängert die aktive Haarwachstumsphase (Anagenphase)
- ✓ Verbessert die Durchblutung der Kopfhaut
- ✓ Fördert die Kollagenproduktion
- ✓ Stimuliert die Haarfollikel
- ✓ Reduziert Entzündungen
- ✓ Stärkt die Haarwurzeln
Sichtbare Ergebnisse
- ✓ Haar wirkt kräftiger und dichter
- ✓ Weniger Haarausfall nach 6–8 Wochen
- ✓ Sichtbarer Haarzuwachs nach 3–4 Monaten
- ✓ Widerstandsfähigeres Haar
- ✓ Verbesserte Haarqualität
- ✓ Langfristige Stabilisierung möglich
„Für optimale Ergebnisse kombinieren wir PRP mit Mikroneedling, LED-Lichttherapie oder topischen Wirkstoffen wie Minoxidil. Bei ausgeprägtem Haarausfall wird PRP auch begleitend zu Haartransplantationen eingesetzt, um Anwachsrate und Heilung zu verbessern."
— Dr. Karl Schuhmann
Wann ist PRP besonders geeignet?
Diffuser Haarausfall
Bei gleichmäßig verteiltem Haarausfall über die gesamte Kopfhaut. PRP aktiviert schlafende Haarfollikel und verdichtet das bestehende Haar.
Postpartaler Haarausfall
Nach der Schwangerschaft kommt es häufig zu hormonell bedingtem Haarausfall. PRP unterstützt die natürliche Regeneration.
Haartransplantation
Als begleitende Therapie vor und nach einer Haartransplantation verbessert PRP die Anwachsrate und beschleunigt die Heilung.
Haarqualität verbessern
Auch ohne akuten Haarausfall kann PRP die Haarstruktur stärken, für mehr Glanz sorgen und die allgemeine Haargesundheit fördern.
Was Patient:innen beachten sollten
⚠️Vor der Behandlung
- • Zwei Tage vorher kein Aspirin einnehmen
- • Keine hochdosierten Omega-3-Präparate
- • Blutverdünnende Medikamente mit Arzt besprechen
- • Haare am Behandlungstag frisch gewaschen
🛡️Nach der Behandlung
- • 48 Stunden kein Solarium oder Sauna
- • Intensive Sonneneinstrahlung meiden
- • Waschen und Styling ab dem Folgetag erlaubt
- • Leichte Rötungen klingen schnell ab
