18. Januar 2023Presse

Quelle: Lokalkompass Düsseldorf

Haarausfall nach Corona-Erkrankung – Was hilft?

Haarausfall nach Corona-Erkrankung – Was hilft?

Auf einen Blick

  • 🦠Post-COVID Haarausfall häufig
  • ⏱️Tritt oft Wochen nach Genesung auf
  • 💉PRP-Eigenbluttherapie hilft
  • 📊4-6 Behandlungen empfohlen
  • Keine Allergien (körpereigen)
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Die genauen Ursachen für Haarausfall nach einer Covid-19-Erkrankung sind bislang nicht abschließend geklärt. Häufig setzt der Haarverlust erst Wochen nach der Genesung ein, weshalb Betroffene den Zusammenhang zur Infektion oft erst spät erkennen.

„Viele Patientinnen und Patienten berichten mir von starkem Haarausfall nach Corona," erläutert Dr. Karl Schuhmann, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Düsseldorf.

Wie COVID-19 den Haarzyklus beeinflusst

🦠

Telogenes Effluvium

Bei einer schweren Virusinfektion wie COVID-19 kann es zu einem sogenannten telogenen Effluvium kommen: Viele Haarfollikel treten gleichzeitig in die Ruhephase ein und fallen nach 2-3 Monaten aus.

Dies ist eine Reaktion des Körpers auf den Stress der Erkrankung. Die gute Nachricht: Dieser Haarausfall ist meist reversibel, wenn die Ursache behandelt wird.

PRP-Eigenbluttherapie als wirksame Option

Die PRP-Eigenbluttherapie (platelet rich plasma) nutzt das eigene Blutplasma, um Haarwurzeln zu stimulieren. Das Verfahren kann Haarausfall bremsen, das Haar kräftigen und neues Wachstum anstoßen, sofern noch aktive Follikel vorhanden sind.

So funktioniert die PRP-Behandlung

1

Blutentnahme

Geringe Menge Blut wird entnommen (ähnlich wie bei Blutspende)

2

Zentrifugation

Blut wird zentrifugiert, um plättchenreiches Plasma zu gewinnen

3

Injektion

PRP wird in die Kopfhaut injiziert, um Haarfollikel zu stimulieren

4

Behandlungsserie

4-6 Sitzungen im Abstand von ca. 4 Wochen für optimale Ergebnisse

Vorteile

  • ✓ Verdichtung aktiver Haarwurzeln
  • ✓ Aktivierung ruhender Follikel
  • ✓ Angeregte Neubildung von Haaren
  • ✓ Stärkere und vitalere Kopfhaut
  • ✓ Keine allergischen Reaktionen
  • ✓ Körpereigenes Material

Behandlungsplan

Erste Sitzung: Bereits spürbare Verbesserungen möglich

Serie: 4-6 Behandlungen empfohlen

Abstand: Ca. 4 Wochen zwischen Sitzungen

Auffrischung: 1-2x jährlich zur Erhaltung

„Die PRP Eigenblut Therapie ist ein sehr gutes Mittel, um Haarverlust entgegenzuwirken. Durch die Behandlung werden schlafende Haarwurzeln geweckt und das Haarwachstum angeregt. Eine PRP Behandlung kann bereits nach einer Sitzung spürbare Verbesserungen bringen. Für ein optimales Ergebnis empfehle ich vier bis sechs Behandlungen im Abstand von rund vier Wochen."

— Dr. Karl Schuhmann

Weitere Auslöser für Haarausfall

Neben einer Virusinfektion kommen unter anderem hormonelle Umstellungen, Schilddrüsenerkrankungen, Mangelernährung, Autoimmunprozesse, Medikamente oder starker Stress als Auslöser infrage. Eine individuelle Diagnostik ist deshalb entscheidend, um passende Therapien zu finden.

⚖️

Hormonelle Faktoren

Schilddrüsenstörungen, Wechseljahre, Schwangerschaft, Absetzen der Pille

🍎

Nährstoffmangel

Eisen, Zink, Biotin, Vitamin D, Protein – Mangelzustände belasten das Haarwachstum

🧬

Autoimmunerkrankungen

Alopecia areata, Lupus – Immunsystem greift Haarfollikel an

💊

Medikamente & Stress

Chemotherapie, Blutdrucksenker, chronischer Stress beeinträchtigen Haarwachstum

Häufig gestellte Fragen

Hilft PRP bei postinfektiösem Haarausfall nach Corona?

Ja, sofern noch aktive Haarfollikel vorhanden sind, kann PRP das Haarwachstum anregen und die Haarqualität deutlich verbessern. Die Behandlung ist besonders wirksam bei telogenen Effluvium, wie es nach COVID-19 häufig auftritt. Meist werden 4-6 Sitzungen in einer Serie durchgeführt, wobei bereits nach der ersten Behandlung erste Verbesserungen spürbar sein können.

Wann sollte ich mit PRP-Behandlung beginnen?

Je früher, desto besser. Wenn Sie nach einer COVID-19-Erkrankung verstärkten Haarausfall bemerken (typischerweise 2-3 Monate nach der Infektion), sollten Sie zeitnah einen Termin vereinbaren. PRP wirkt am besten, wenn noch aktive Follikel vorhanden sind. Je länger Haarwurzeln inaktiv bleiben, desto schwieriger wird die Reaktivierung.

Ist die PRP-Behandlung schmerzhaft?

Die Behandlung ist in der Regel gut verträglich. Die Injektionen in die Kopfhaut können als leicht unangenehm empfunden werden, sind aber nicht stark schmerzhaft. Viele Patienten beschreiben es als leichtes Piksen oder Druckgefühl. Auf Wunsch kann eine betäubende Creme vorab aufgetragen werden. Die gesamte Behandlung dauert nur etwa 30-45 Minuten und ist ambulant durchführbar.

Wann sehe ich erste Ergebnisse?

Viele Patienten berichten bereits nach der ersten Sitzung von einer Verbesserung – das Haar fühlt sich kräftiger an und der Haarausfall lässt nach. Sichtbares neues Haarwachstum zeigt sich typischerweise nach 2-3 Monaten, da Haare langsam wachsen (ca. 1 cm pro Monat). Optimale Ergebnisse werden nach Abschluss der gesamten Behandlungsserie (4-6 Sitzungen) erreicht.

Gibt es Nebenwirkungen oder Risiken?

Da bei PRP körpereigenes Blutplasma verwendet wird, sind allergische Reaktionen praktisch ausgeschlossen. Mögliche temporäre Nebenwirkungen sind leichte Rötungen, Schwellungen oder ein Druckgefühl an den Injektionsstellen, die aber schnell abklingen. Infektionen sind bei steriler Arbeitsweise extrem selten. Die Behandlung gilt als sehr sicher und ist wissenschaftlich gut untersucht.

Welche Alternativen zur PRP-Therapie gibt es?

Je nach Befund kommen verschiedene Therapien infrage: Topische Behandlungen (Minoxidil), Mikroneedling zur Stimulation der Kopfhaut, Mesotherapie mit Nährstoffcocktails, Nahrungsergänzung bei nachgewiesenem Mangel, Low-Level-Lasertherapie oder Kombinationsbehandlungen. In einem persönlichen Beratungsgespräch erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan basierend auf Ihrer Diagnostik und Ihren Zielen.

Wann sollte ich ärztlich abklären lassen?

Wenn der Haarverlust deutlich zunimmt, länger als 3-4 Monate anhält oder weitere Symptome wie Müdigkeit, Gewichtsveränderungen oder Hautprobleme auftreten, sollten Sie ärztlich abklären lassen. Wichtig ist die Überprüfung von Hormon- und Schilddrüsenwerten, Eisen, Ferritin, Vitamin D und anderen Nährstoffen. Eine gründliche Diagnostik hilft, die Ursache zu identifizieren und gezielt zu behandeln.

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Über den Autor

Dr. med. Karl Schuhmann

Dr. med. Karl Schuhmann

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie & Handchirurg

Mit mehr als 30.000 Eingriffen und mehrjähriger Tätigkeit als Chefarzt führt Dr. Schuhmann seit 2016 als Gründer von artethic® seine Praxen in Düsseldorf und Berlin.