Warum wir vom klassischen Fadenlifting abraten

Auf einen Blick
- •Klassisches Fadenlifting wirkt oft nur kurzfristig.
- •Mehr Fäden bedeuten meist keinen stabileren Langzeiteffekt.
- •Strukturaufbau ist wichtiger als reiner Zug.
- •Sculptra® kann die Kollagenbildung nachhaltig unterstützen.
- •Die passende Methode hängt vom individuellen Hautzustand ab.
Das Wichtigste in Kürze
Das klassische Fadenlifting verspricht einen schnellen Effekt, zeigt in der Praxis aber oft nur kurze Haltbarkeit. Bei artethic® setzen wir deshalb bevorzugt auf strukturverbessernde Konzepte, bei denen die Gewebequalität mitbehandelt wird.
und welche Alternativen wir empfehlen:
Kurzfassung für Schnellleser Das klassische Fadenlifting verspricht eine Straffung mit Soforteffekt und ohne Operation. In der Praxis hält der Effekt meistens sehr kurz. Meistens senkt sich die Haut bereits nach wenigen Wochen sichtbar ab. Die Gründe: 1. Es fehlt an stabilisierender Struktur im gesamten Gewebe. 2. Die Hautqualität wird nicht verbessert, die Haut wird ausschließlich mechanisch gezogen. 3. Die Fäden, auch in großer Anzahl, reichen für eine langfristige Straffung bei erschlaffter Haut nicht aus. 4. Die Kollagenbildung infolge der Behandlung ist für eine längerfristige optische Hautverjüngung zu gering. Deutlich wirksamer und haltbarer sind Kombinationen mit Biostimulatoren wie Sculptra®. Diese stärken die Hautstruktur von Grund auf und sorgen für mehr Festigkeit und Spannkraft. Bei artethic® raten wir vom alleinigen Fadenlifting ab.
Warum das klassische Fadenlifting selten Zufriedenheit verspricht
Das Prinzip des Fadenliftings ist einfach und auf den ersten Blick logisch: Spezielle Fäden werden in die Haut eingebracht, um diese mechanisch anzuheben und zu straffen. Zusätzlich soll eine leichte Kollagenbildung angeregt werden.
In der Theorie klingt das schlüssig. In der Praxis zeigt sich häufig ein anderes Bild.
Die Fäden greifen in ein Gewebe ein, das strukturell an Spannung verloren hat. Dieses erschlaffte Gewebe soll dann das Ergebnis der Fadenstraffung “fixieren“. Das funktioniert in den meisten Fällen nur sehr kurzfristig. Die Haut gibt nach wenigen Wochen wieder nach.
Wir hören Sätze wie: “Anfangs sah alles gut aus, aber nach nur vier bis zehn Wochen sah alles wieder wie vorher aus.” Gefragt sind also Alternativen, die eine deutlich längere Zufriedenheit versprechen.
Was ist ein Fadenlifting?
Beim klassischen Fadenlifting werden selbstauflösende Fäden (meist aus PDO – Polydioxanon) unter die Haut injiziert. Diese Fäden haben kleine Widerhaken oder Strukturen, die das Gewebe leicht anheben sollen. Zusätzlich wird die Kollagenproduktion angeregt.
Wichtig zu verstehen:
- Die Wirkung ist primär mechanisch (Anheben).
- Die Kollagenstimulation ist sehr begrenzt.
- Für sichtbare Effekte werden mehrere Fäden benötigt, die Haltbarkeit verlängert sich hierdurch nicht.
Warum die Haut nach kurzer Zeit wieder nachgibt
Ein Faden kann Gewebe anheben. Er kann es aber nicht stabilisieren.
Wenn die Hautstruktur bereits geschwächt ist, und das ist bei den meisten Patientinnen und Patienten der Fall, fehlt die Grundlage für ein dauerhaftes Ergebnis. Das Gewebe verliert erneut an Spannung, und die angehobenen Bereiche sinken wieder ab. Zum Beispiel eignet sich das Fadenlifting, anders als häufig angepriesen, nicht zur Behandlung von Hängebäckchen.
Für einen überzeugenden Soforteffekt werden beim klassischen Fadenlifting viele Fäden benötigt.
Warum viele Fäden das Problem nicht lösen
Ein häufiger Ansatz ist: mehr Fäden für stärkere Effekte. In der Realität sehen wir:
- Viele Fäden erzeugen kurzfristig mehr Spannung.
- Der Effekt lässt ebenso schnell nach wie bei wenigen Fäden.
- Das Gewebe selbst wird nicht stabiler.
Wir empfehlen: Struktur statt Zug
Entscheidend ist nicht nur die Position des Gewebes, sondern seine Qualität. Moderne Behandlungskonzepte setzen deshalb auf Kombinationen: mechanische Stabilisierung und gleichzeitige Verbesserung der Hautstruktur.
Stattdessen raten wir zu einer Kombination aus wenigen Fäden und einem Biostimulator wie Sculptra®. Hier reichen in vielen Fällen zwei Fäden für eine leichte Stabilisierung entlang der Gesichtskontur. Der entscheidende verjüngende Effekt entsteht infolge der Biostimulation.
One-Stich Facelift, SMAS-Lift und Sculptra®
- In einigen Fällen machen Kombinationen mit Sculptra® (Poly-L-Milchsäure) oder radiofrequenzbasierten Straffungen wie Morpheus 8 Sinn. Diese Verfahren regen die körpereigene Kollagen- und Elastinproduktion an.
- Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination Sculptra® und Liquid Facelift.
Die Ergebnisse nach einigen Wochen:
- die Haut wird dichter und gleichmäßiger
- das Gewebe wird straffer
- die Spannkraft verbessert sich schrittweise
- die Hautqualität wird besser
- Es entsteht ein natürlicher Effekt
Die Wirkung entwickelt sich über Wochen und Monate. Die Basis ist ein kontinuierlicher und nachhaltiger Gewebeaufbau. Die Haut wird von innen heraus fester. Die Fäden stabilisieren initial – und sorgen für einen leichten Soforteffekt.
Was ist Sculptra (PLLA)?
Poly-L-Milchsäure (PLLA) ist eine biokompatible Substanz, die seit vielen Jahren in der Medizin eingesetzt wird. Nach der Injektion passiert Folgendes:
- Der Wirkstoff verteilt sich im Gewebe.
- Er regt die Fibroblasten an (Zellen, die Kollagen bilden).
- Die Haut beginnt, neues Kollagen aufzubauen.
Die hautstraffende Wirkung hält deutlich länger als bei klassischen Fillern oder beim Fadenlifting.
Wichtig: kein “flüssiges Fadenlifting“
Immer wieder diskutiert wird auch das sogenannte “flüssige Fadenlifting“. Hierbei handelt es sich nicht um echte Fäden, sondern um injizierbare Substanzen.
Aus unserer Sicht sind die Ergebnisse noch weniger überzeugend. Die Wirkung ist begrenzt, belastbare Daten sind bislang kaum vorhanden.
Im Gegensatz zum flüssigen Fadenlifting ist das Liquid Facelift eine effektive Kombination mehrerer angepasster biostimulierender Verfahren.
Beratung bei artethic® in Düsseldorf und Berlin
Das klassische Fadenlifting wirkt im ersten Moment attraktiv, sorgt aber im Verlauf schnell für Unzufriedenheiten. Ohne Stabilisierung von innen gibt die Haut wieder nach.
Welche Alternative sinnvoll ist, hängt vom Ist-Zustand Ihrer Haut ab. Buchen Sie Ihren Termin für eine Beratung und Hautanalyse bei artethic® in Düsseldorf oder Berlin.
Häufig gestellte Fragen
Warum hält ein klassisches Fadenlifting oft nur kurz?
Weil die Behandlung vor allem mechanisch anhebt, aber die geschwächte Hautstruktur meist nicht ausreichend stabilisiert. Das Gewebe kann deshalb nach kurzer Zeit wieder absinken.
Hilft es, einfach mehr Fäden einzusetzen?
Mehr Fäden können kurzfristig mehr Zug erzeugen, lösen aber das Grundproblem nicht: Die Gewebequalität wird dadurch nicht nachhaltig verbessert.
Was ist der Vorteil von Sculptra® in Kombination mit Fäden?
Sculptra® regt die körpereigene Kollagenbildung an. Dadurch verbessert sich die Hautstruktur von innen, was langfristig zu mehr Festigkeit und natürlicheren Ergebnissen beitragen kann.
Was ist mit dem sogenannten „flüssigen Fadenlifting“?
Dabei werden keine echten Fäden eingesetzt. Laut Praxiserfahrung sind die Effekte häufig begrenzt, und es gibt bislang nur wenig belastbare Langzeitdaten.
Welche Behandlung ist für mich sinnvoll?
Das hängt von Hautqualität, Gewebestruktur und Ihrem Ziel ab. Eine persönliche Beratung mit Untersuchung ist entscheidend, um eine passende und realistische Empfehlung zu geben.
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Über den Autor

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie & Handchirurg
Mit mehr als 30.000 Eingriffen und mehrjähriger Tätigkeit als Chefarzt führt Dr. Schuhmann seit 2016 als Gründer von artethic® seine Praxen in Düsseldorf und Berlin.